Coronavirus

Drei Fragen

an die Tierärztin

Ausnahmezustand in ganz Europa. Das Coronavirus hat uns im Griff. 

Und während wir zu Hause versuchen die Zeit rumzukriegen, lesen wir immer und immer wieder Meldungen, die auch unsere Haustiere betreffen. Aber was stimmt wirklich?

Wir haben Tierärztin Dr. Valeria Garber gefragt! 


Coronavirus dieseas (Covid-19) ist in jüngster Zeit ein hochaktuelles Thema. Nicht nur die ständigen Schlagzeilen in den Nachrichten, auch das alltägliche Leben jedes Einzelnen hat sich mit dem Ausbruch von Covid-19 schlagartig verändert.

Um welches Virus handelt es sich hierbei genau?

 

Valeria Garber: Covid-19 wird von einem sogenannten Corona- Virus verursacht. Corona- Viren sind Viren, welche häufig beim Mensch und auch beim Tier vorkommen.

Einige von Ihnen haben auch ein sogenanntes zoonotisches Potential. Das bedeutet, dass eine Übertragung zwischen Mensch und Tier stattfinden kann. Bei vielen anderen Corona- Viren ist dies nicht der Fall, es findet also keine Übertragung zwischen Mensch und Tier statt.

Bei Tieren gibt es verschiedene Corona- Viren. Sie lösen meistens eine milde Durchfall-Symptomatik aus.

Bei Katzen kann der Corona- Virus unter Umständen mutieren und die sogenannte FIP (feline infektiöse Peritonitis) auslösen.

Diese Corona- Viren sind jedoch klar vom Covid- 19 zu unterscheiden und können nicht auf den Menschen übergehen.

 

 

Wie sieht es aber mit Covid- 19 aus bzw. was sollten Tierbesitzer beachten?

 

Valeria Garber: Der derzeit bekannte Übertragungsweg findet zwischenmenschlich statt. Eine Übertragung von Hund auf Mensch konnte nach dem derzeitigen Wissensstand nicht bestätigt werden (OiE- world organisation for animal health).

Also bestehen nach dem jetzigen Wissenstand keine Hinweise darauf, dass Hunde (und Katzen) ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen (siehe auch: www.ecdc.europa.eu und WHO).

Auch aus Sicht des Friedrich- Loeffler- Instituts besteht für gesunde Personen kein Risiko sich bei Hunden anzustecken. Trotzdem wird empfohlen die allgemeinen Hygienebedingungen bei Kontakt mit Tieren zu beachten (Hände mit Seife waschen!). Ein häufigeres Waschen oder Baden der Hunde, welche sich beim Spazierengehen am Boden wälzen ist laut der Veterinärmedizinischen Universität Wien angeraten.

Zudem wird empfohlen, dass die an Corona- Virus erkrankten Personen, den Kontakt zu ihren Haustieren möglichst geringhalten.

 

 

Viele Betriebe sind in Südtirol derzeit geschlossen. Wie schaut es derzeit bei den Tierarztpraxen aus? 

 

Valeria Garber: Wie die Öffnungszeiten der Tierarztpraxen aussehen, ist jedem Praxisteam selbst überlassen. Am besten ist es, den/die jeweiligen Tierarzt/In telefonisch zu kontaktieren und sich über eventuelle Änderungen der Sprechstunden zu informieren.

Für den Besuch gibt es aber Regelungen: Eine terminliche Vereinbarung ist notwendig, da sich nicht viele Personen gleichzeitig im Wartesaal aufhalten sollten.

Beim Betreten bzw. Verlassen der Praxis bitte die Hände gut desinfizieren.

Auch ist es wichtig, den Sicherheitsabstand so gut als möglich einzuhalten. Der tierärztliche Notdienst ist weiterhin rund um die Uhr gesichert.