Gefahr für unsere Hunde: Fuchsräude in Südtirol

In Südtirol geht die Räude um: Fälle von befallenen Füchsen wurden sowohl im Tauferer Ahrntal, als auch im Wipptal und im Vinschgau gemeldet.

 

Die Räude der Füchse kann auch Hunde befallen, es ist also besondere Vorsicht geboten!

 

 

Aus diesem aktuellen Anlass, heute einige Zeilen zur Räude, und Ihrem Auslöser der Grabmilbe.



 

 

 

Die Grabmilbe- Sarcoptes scabiei

 

Sarcoptes scabiei (Die Grabmilbe oder auch Räude Milbe) hat verschiedene Unterarten, welche sich quasi auf Ihren Wirt spezialisiert haben. Einmal gibt es die Unterart Vulpes, also die Grabmilbe des Fuchses. Und dann gibt es die Unterart Canis- also die spezialisierte Form des Hunds.

 

Allerdings können beide Arten auch Artübergreifend auftreten. Sprich: Der Hund kann sich die  Grabmilbe des Fuchses genauso einholen, wie andersherum der Fuchs die Grabmilbe des Hundes.

 

Welche von den beiden Unterarten den Hund im Falle des Falles befällt, ist für die Behandlung nicht ausschlaggebend- sowohl die Symptome als auch die Behandlung unterscheiden sich nicht.

 

 

 

Die Symptome

 

Wird ein Fuchs von der Räude Milbe befallen, tritt, ebenso wie beim Hund, sehr starker Juckreiz auf. Dieser führt fortschreitend dazu, dass sich die Tiere selbst teils große Wunden aufkratzen.

 

Meist beginnt die Erkrankung an den Extremitäten, sowie an den weniger Behaarten Stellen des Körpers- also zb den Ohren, Bauch etc.

 

Der extreme Juckreiz entsteht dadurch, dass sich das Weibchen der Räude Milbe mit Ihren Mundwerkzeugen in die oberste Hautschicht eingräbt (daher auch der Name Grabmilbe). Die Weibchen ernähren sich dort von Keratin und Gewebsflüssigkeit und legen dort auch Ihre Eier ab. Der Entwicklungszyklus der Grabmilben dauert etwa drei Wochen. Aus den Eiern schlüpfen nach 3 bis 5 Tagen die Larven.

 

Die Männchen leben auf der Hautoberfläche oder in flachen Tunneln.

 

 

 

Gefahr Sekundärinfektion

 

Durch das Aufkratzen der befallenen Partien, kann es  zu sogenannten "Sekundärinfektionen" kommen. Auch kommt es vermehrt zu  Haarausfall, Schuppung, Krusten und übermäßiger Verhornung (sog. Elefantenhaut).

 

In einem Fortgeschrittenen Stadion der Erkrankung ist bei den befallenen Tieren auch eine Wesensänderung zu bemerken: So verlieren Füchse Ihre natürliche Scheu vor dem Menschen, und können auch durch Aggressivität auffallen. Letzteres gilt auch für befallene Haustiere- kommt aber seltener vor, da diese vorher meist behandelt werden.

 

 

 

 

 

Diagnose

 

Die Diagnose auf die Räude Milbe ist meist (im Anfangsstadion) eine Verdacht Diagnose. Spricht der Patient gut auf verabreichte Milbenmittel an, dann wird damit weiterbehandelt. Untersucht werden kann natürlich auch die Haut darauf, ob dort die Grabmilbe zu finden ist. Da aber nur wenige Milben bereits zu Symptomen führen können ist dieser Test oft nicht aussagekräftig. Da man den Hund nicht Zentimeter für Zentimeter absuchen kann, finden sich manchmal keine Milben der Hund hat sie aber dennoch. In einem späteren Stadion ist die Diagnose über die Haut dann einfacher- zum Beispiel dann, wenn sich schon erste Schuppen bilden. So lange sollte man aber natürlich keines Falles warten!

 

Auch ein Bluttest kann zur Diagnose führen: Über eine Blutuntersuchung können Antikörper gegen Sarcoptes-Milben nachgewiesen werden. Allerdings gibt’s  hier ein Problem: Der Antikörper-Titer steigt oft erst einige Zeit nach Auftreten des Juckreizes und anderer Symptome. So kann der Bluttest zwar negativ- der Hund aber dennoch befallen und erkrankt sein!

 

 

 

Fazit: Bei jedem starken und relativ spontan auftretenden Juckreiz sollte man also an die Sarcoptes-Räude als Ursache denken.  Vor allem dann, wenn es eine gehäufte Erkrankungsrate unter Füchsen gibt- wie aktuell in Südtirol.

 

 

 

Behandlung

 

Ist die Räude Milbe einmal erkannt, kann sie relativ leicht behandelt werden. Viele gängige Milben- und Flohmittel töten auch die Räude Milbe ab. So zB. die bekannten SpotOns Stronghold und Advocate. Dennoch sollten Sie die Behandlung nicht alleine durchführen! Oftmals schlagen Mittel auch nicht an, und es braucht einen "zweiten Versuch" mit einem anderen Mittel, oder gar eine Behandlung mit Antibiotika- falls bereits eine Sekundärinfektion vorliegt oder eine solche zu befürchten ist.

 

Da es sich bei der Räude Milbe um eine sehr lange (auch ohne Wirt) überlebende Art handelt, sollten Sie auch alle Gegenstände wie Decken, Kratzbäume von Katzen etc. gut reinigen. Außerdem sollten alle anderen Haustiere gleich mitbehandeln- auch wenn sie keine Symptome zeigen!

 

 

 

Vorbeugung

 

Wer viel und gerne mit seinem Hund im Wald unterwegs ist kann mittels Parasiten-Halsband vorbeugen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hund dann noch von der Räude- Milbe befallen wird ist damit relativ gering.

 

 

 

 

 

Text: Natalie Thaler

Bilder: Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Fuchsr%C3%A4ude

https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A4ude